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Raum 1:
Die Nische verweist auf die Reformation Luthers.

Raum 2:
In diesem Raum wird die Geschichte des Protestantismus des 16. Jahrhunderts in Frankreich bis zum Tode König Heinrich IV. 1610 erläutert. Wichtigste Ausstellungsstücke sind:

  • die Kirchenverfassung Discipline ecclésiastique Genf 1666
  • Jean Calvins Institutio Christianae Religionis (Unterricht in der christlichen Religion), Genf 1561
  • die erste, von Olivitan in die französische Sprache übersetzte Bibel, Neuchâtel 1535
  • eine Darstellung der Bartholomäusnacht 1572 neben einem Glasfenster, das den Admiral de Coligny zeigt
  • das Toleranzedikt - Edikt von Nantes 1598 (Nachdruck) und die Totenmaske Heinrich IV.

Raum 3:
Er umfasst den Zeitraum zur Geschichte des französischen Protestantismus im 17. Jahrhundert. Der Raum erklärt das politische Geschehen unter Ludwig XIII. mit der Belagerung von La Rochelle 1627/28 sowie die politische Entwicklung zum Protestantismus unter Ludwig XIV., bis zur Aufhebung des Edikts von Nantes (1598) am 18.10.1685 mit dem Edikt von Fontainbleau. Mit diesem Revokationsedikt wurde der Protestantismus verboten. Es war der Auslöser für eine Auswanderung von bis dahin ungeahntem Ausmaß. Es sei darauf verweisen, dass die französischen Protestanten nicht vertrieben wurden, sondern um ihres Glaubens willen ihre Heimat verlassen haben. Wichtigste Ausstellungsstücke sind:

  • ein Plan, der die Belagerung von La Rochelle 1627/28 darstellt (Kupferstich)
  • eine Sammlung von Gesetzen und Verordnungen gegen den Protestantismus
  • der Nachdruck des Edikts von Fontainbleau – des Revokationsedikts vom 18.10.1685
  • ein Kupferstich, der die Zerstörung der Kirche von Charenton darstellt
  • ein Abbildung zur protestantischen Kirche im Untergrund „Kirche in der Wüste“
  • eine Darstellung zur Flucht der Protestanten aus Frankreich

Raum 4:
In dieser Nische wird auf den Schweizer Theologen Karl Barth, auf die Denkmalkultur zum Reformator Jean Calvin und die Bekennende Kirche aufmerksam gemacht.

Raum 5:
Die Nische zeigt Berlin im Jahr 1648 und in zwei Vitrinen die Baugeschichte der Französischen Friedrichstadtkirche, der ersten eigens für die Réfugiés in der Friedrichstadt errichteten Kirche.

Raum 6:
Dieser Raum ist der Aufnahme der französischen Glaubensflüchtlinge – Réfugiés - durch das vom „Großen Kurfürsten“ Friedrich Wilhelm am 29.10.1685 erlassene Edikt von Potsdam gewidmet. Wichtige Nachfolgeedikte werden präsentiert. Der Raum wird dominiert durch das große Gemälde „Die Schenkung der Meierei an der Panke durch die Kurfürstin Sophie Dorothea“ von Carl Wendling (1878). Eine Karte verweist auf die Niederlassungsorte der Réfugiés in Brandenburg–Preußen und stellt einige Kolonien in Brandenburg vor. Wichtigste Ausstellungsstücke sind:

  • das Edikt von Potsdam vom 29.10.1685 im Original
  • die Kolonieliste vom 31.12.1699
  • die Urkunde zur Errichtung der französisch-reformierten Kirche in Potsdam vom 16.9.1753
  • ein kolorierter Nachdruck der „Wallfahrt nach Französisch Buchholz“ von Daniel Chodowiecki

Raum 7:
Hier werden die drei wichtigen Säulen der Berliner Kolonie vorgestellt und außerdem erklärt, wie sich das Gemeindeleben in Berlin entwickelte. In der großen Wandvitrine werden die sozialen Einrichtungen der Gemeinde beschrieben. Diese Einrichtungen standen allen Refugiés und ihren Nachkommen offen. Auch dieser Raum wird durch ein großes Gemälde „Der Empfang der Réfugiés“ von E. Fischer-Cörlin (1878) dominiert. Unter diesem Gemälde wird auf die beiden wichtigsten Bildungseinrichtungen, das Französische Gymnasium – gegründet 1689 – und das „Séminaire de Théologie“ (das Predigerseminar) – gegründet 1770 – verwiesen. Zwischen den Fenstern wird auf die fünf Predigtstätten der Hugenotten eingegangen. Außerdem zeigt der Raum liturgische Geräte, wie sie von der Gemeinde benutzt worden sind. Wichtigste Ausstellungsstücke (eine Auswahl) sind:

  • die „Zehn-Gebote-Tafel“ aus der Gemeinde Groß Ziethen, Stettin 1748 und aus Klein Ziethen
  • Psalmbücher und Katechismen aus dem Französischen Gymnasiums und dem Predigerseminar
  • das Gipsmodell eines der beiden, ehemals an der Klosterkirche, heute am Haupteingang des Französischen Doms befindlichen Reliefs von Boese 1885
  • die Urkunde vom 19.3.1707, in welcher das Eigentum an der Französischen Friedrichstadtkirche der Gemeinde übertragen wird
  • das Statut des Französischen Waisenhauses „Maison des Orphelins François“ vom 13.4.1725
  • die Sammlung der „Reglements“ für die Französische Kirche zu Berlin, gedruckt 1791
  • verschiedene Darstellungen zu den Predigtstätten
  • Liste der sozialen Einrichtungen der Gemeinde

Raum 8:
Diese Nische ist dem Bau des Französischen Doms (Turm) und der Geschichte des Gendarmenmarktes unter dem Soldatenkönig gewidmet. Hier steht die Büste Friedrich II. von Emanuel Bardou.

Raum 9:
Der Raum behandelt die Gesichtspunkte der Hugenottengeschichte, die im allgemeinen immer in den Mittelpunkt des Interesses gerückt werden. Wichtige Persönlichkeiten aus Handwerk, Gewerbe, Kultur und Kunst, Wissenschaft und Politik werden vorgestellt und auf den Einfluss der Hugenotten auf das gesellschaftliche Leben in Berlin und Brandenburg verwiesen. Auch dieser Raum wird durch ein großes Gemälde „Mais c’est un réfugié!“ von Carl Wendling (1878) dominiert.

Die Fülle der bedeutenden Ausstellungsstücke lässt hier nur eine kleine Auswahl zu. Hingewiesen werden soll auf:

  • die Büste Daniel Chodowieckis von Emanuel Bardou
  • ein Spiegel verweist auf die Gründung von Spiegelmanufakturen; Seidenkokons auf die Seidenindustrie
  • Portraits von Carl Franz Achard, Theodor Fontane, Philipp Anton Reclam, Charles und David Ancillon, Jean Pierre Frédéric Ancillon und viele andere finden sich hier
  • Darstellungen von Webstühlen werden gezeigt
  • eine französische Pendule schmückt eine Vitrine

Raum 10 und 11:
Beide Räume sind Nischen.

Im Raum 10 wird auf den Umbau des Französischen Doms 1929 und auf das 250jährige Jubiläum zum Edikt von Potsdam verwiesen, bei dessen Gelegenheit eine Gedenktafel an Jean Calvin an der Westseite der Französischen Kirche angebracht wurde. Auch das Festprogramm zum 250. Jubiläum findet sich hier.

Im Raum 11 wird zunächst die Katastrophe von 1944, der Totalzerstörung der Französischen Friedrichstadtkirche und der Teilzerstörung des Französischen Doms, gedacht. Bemerkenswert ist das Gesicht der im Juni 1944 vom Französischen Dom gestürzten Kuppelfigur der „Triumphierenden Religion“, das beim Wiederaufbau unter den Trümmern des Turms gefunden wurde. Knapp 30 Jahre nach der Zerstörung begann der Wiederaufbau von Kirche und Turm. Zerstörung und Wiederaufbau sind in Wort und Bild dokumentiert.